Angewandte Duftkommunikation mit ätherischen Ölen

Duft und Psyche im Dialog

„Der Mensch riecht Riechbares nicht ohne Gefühl des Unangenehmen oder Lustvollen zu empfinden.“ ARISTOTELES (384 – 324 v. Chr.)

Düfte gehen in Resonanz mit unserem gelernten „Duftprogramm“. und erzeugen „Wohlklang“ oder „Dissonanz“. In der Duftkommunikation spielen die Informationsverarbeitung der Geruchssignale und die subjektive Wahrnehmung des Menschen, eine wesentliche Rolle.

So folgt das Duft-Riechen über unsere Nase anderen Wirkprinzipien, als den aus der klassischen Aromatherapie/ Aromapflege bekannten pharmakologischen Wirkmechanismen. Beim Riechkontakt mit dem Duft eines ätherischen Öles sind nicht die biochemischen Inhaltsstoffe vordergründig ausschlaggebend, sondern die individuelle Duft-Wahrnehmung des Kunden/Klienten wird mit in den Focus gezogen.

Vielleicht kennen Sie folgende Situation: Sie haben ätherische Öle nach allen Regeln der Kunst zu einer wunderbaren duftenden Mischung zusammengestellt und … ihr Gegenüber verzieht das Gesicht, wendet sich spontan ab. Was ist geschehen? Was haben Sie falsch gemacht? Nichts! Die Duftmoleküle der ätherischen Öle kommunizieren… Duft und Psyche sind im Dialog.

Weshalb mag jemand z.B. den Duft von Benzoe siam aber nicht den der Vanille?
Weshalb finde ich mit dem Lavendelsäckchen doch keinen Schlaf?
Weshalb ist mir der Duft der Blutorange lieber als der Duft der Orange?

Diese und viele andere Fragen erfahren mit der osmologischen Betrachtung eine verständliche Sinnhaftigkeit.

Der Duft, als Informationsträger einer erfolgreichen Überlebensstrategie der Pflanze, tritt duftkommunikativ in Verbindung mit uns Menschen. Sobald ein Riechkontakt stattgefunden hat, erfolgt über die Wahrnehmung eine Auseinandersetzung zwischen der Duftinformation des ätherischen Öles und der persönlichen Erfahrungs- und Erlebniswelt. Der Duft kann in Resonanz mit einem seelisch-biologischen Thema und/oder den eigenen „Lebensstrategien“ gehen.

Das Einbeziehen der Riechwahrnehmung ist die Basis und das Potential der Duftkommunikation. Der Duft wird zum „Dritten“ im Bunde – zum Sprecher, zum Vermittler, zum Lotsen. Selbstwahrnehmung von Gefühlsbewegungen oder den „Duftweg“ im Körper zu erspüren, ausgelöst durch Duftkontakt, sind verblüffende, überraschende und unvergessliche Erfahrungen und praktisches Achtsamkeitstraining.

Die Aufmerksamkeit schulen, um minimale physiologische Veränderungen z.B., im Gesicht wahrzunehmen und lesen zu können, findet in praktischen Übungen statt. Wie auch die Erfahrung, dass „Vielfragen“ nicht peinlich sondern sehr hilfreich ist…

Die Duftkommunikation ist durch die Prinzipien der „Integrale Osmologie“ nach M. Henglein angeregt und im Wesenskern inspiriert. Das Duftkreismodell (nach M. Henglein) unterstützt als orientierendes Arbeitsinstrument.

Lerninhalte

Im Seminar werden Sie die wichtigsten Grundkenntnisse und Regeln der Duftkommunikation kennenlernen. Sie lernen die „Duftsprache“ zu lesen, zu nutzen und methodisch umzusetzen. Sie werden in der Lage sein, Duftreaktionen zu verstehen und zu respektieren.

Mit praktische Übungen, Beobachtungen, Selbstwahrnehmungen, vertiefen und erweitern Sie erlangte Kenntnisse, um sie praxisbezogen anwenden zu können.

Die Kenntnisse über Duftinformationen unterstützen Sie bei der Auswahl des individuellen „Duftbegleiters“ für das Anliegen des Klienten/Kunden.

Mit den Möglichkeiten der Duftkommunikation wird Ihnen ein wertvoller „Methodenkoffer“ für Klienten bezogene individuelle Duftarbeit zur Verfügung stehen.

Die Duftkommunikation erweitert die Möglichkeiten der Arbeit mit den ätherischen Ölen und bietet eine selbstwahrnehmende Mitwirkung für Patienten/Klienten/Kunden an, basierend auf Wertschätzung ihrer Autonomie und Kompetenz.

Diese Art der Duftarbeit kann sehr effektiv als Coaching-Element genutzt werden.

Modul 1 (2 Tage)

  • Duftspur(en) des Lebens & Geruchsskript
  • Pflanze und Mensch
  • Jahresrhythmus, Lebensprinzipien, Duftprinzipien
  • Duftwahrnehmung und Selbstwahrnehmung (+Übung)
  • Das Prinzip und die Bedeutung des Duftkreis–Modells nach Martin Henglein
  • Duftimpulse/Duftinformationen ausgewählter ÄÖ (Citrusgewächsen, Balsamgewächse)
  • Duft und Psyche im Dialog – kleines Duftgespräch® zum Wohlfühlduft (+Übung)
  • Gesundheitspraktische Ethik in der Duftkommunikation

Modul 2 (2 Tage)

  • Charakter und Wesensmerkmale ausgewählter Duftpflanzenfamilien
  • Das "riechende Prinzip" der ÄÖ versus biochemische Hauptinhaltsstoffe der ÄÖ
  • Praktische Übungen zur Duftwahrnehmung (Duftprotokolle)
  • Training der Selbstwahrnehmung und der Stimmigkeitskompetenz (Übung)
  • Duftimpulse/Duftinformationen ausgewählter ÄÖ (Kieferngewächse, Lippenblütlern)
  • Das Anliegen und das Duftgespräch® (+Übung)

Modul 3 (2 Tage)

  • Duftwahrnehmung, neurobiologische Aspekte, Epigenetik
  • Duftkommunikation als praktisches und sinnliches Achtsamkeits- und Stimmigkeitstraining
  • Das innere Team, der "Wächter" und das Prinzip des "Schattens"
  • Duftablehnung und Hintergründe
  • Bedeutung der Verarbeitungsverfahren der ÄÖ aus osmologischer Sicht
  • Die Kunst des Fragenstellen (+Übungen)
  • Duftimpulse/Duftinformationen ausgewählter ÄÖ (Doldenblütler, Korbblütler, Blütendüfte)

Modul 4 (3 Tage)

  • Das Duftgespräch® und seine methodischen Instrumente - OSMOanker, Duft-StellenEinzelduftarbeit u.a. (Übungen)
  • Wie lese ich Duftantworten (+Übung)
  • Gesundheitspraktische Gesprächsführung (+Übung)
  • Einführung in die Aktive Dialogische Duftimagination (+Übung)
  • Fragen und Reflexion zu Erfahrungen